Neben den seit nunmehr über 15 Jahren stattfindenden jährlichen Konferenzen betreibt die Telemed-Initiative Brandenburg e.V. ein reges Netzwerk und bringt ihre Expertise für die Weiterentwicklung der Digitalisierung des Brandenburger Gesundheitswesens aktiv ein.

Zuletzt ist die die Telemed-Initiative Brandenburg über ihren Vorsitzenden Jürgen Heese im April 2018 in den Digitalbeirat des Landes Brandenburg berufen worden.

Bei der Berufung setze die Landesregierung auf das Wissen, den Sachverstand und die Reputation der Mitglieder. Dabei wurden brandenburgische und fachspezifische Besonderheiten ebenso berücksichtigt, wie Chancen und Risiken der Digitalisierung.

Digitalbeirat

Dem Digitalbeirat gehören gleichberechtigt an:

  1. Prof. Dr. Ulrich Berger, Lehrstuhl für Automatisierungstechnik und Leiter des Innovationszentrums Moderne Industrie (IMI), BTU Cottbus-Senftenberg
  2. Caroline Gorski, Rolls-Royce Group Director of R² Data Labs
  3. Prof. Dr. Ines Härtel, Lehrstuhl Öffentliches Recht, Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), zugl. Richterin im Nebenamt am Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg
  4. Jürgen Heese, Vorsitzender der Telemed-Initiative Brandenburg e. V. und der Initiative Gesundheitswirtschaft Brandenburg e. V.
  5. Laura-Kristine Krause, „D64-Zentrum für digitalen Fortschritt“ und Leiterin des Programmbereichs Zukunft der Demokratie im „Progressiven Zentrum“
  6. Prof. Dr. Christoph Meinel, Direktor des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) und CEO der HPI gGmbH
  7. Sven Slazenger, Geschäftsführer der Interlake System GmbH, Potsdam
  8. Susanne Stumpenhusen, Landesbezirksleiterin Berlin-Brandenburg der Gewerkschaft ver.di
  9. Prof. Dr.-Ing. Cornelia Weltzien, Lehrstuhl „Agromechatronik – Sensorbasierte Prozessführung in der Landwirtschaft“, Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e. V. (ATB) Potsdam.

Arbeitsergebnisse des Digitalbeirats

Der Digitalbeirat hatte zum Ziel aufzuzeigen, wie es im Land Brandenburg aussehen kann, wenn die Chancen der Digitalisierung klug genutzt und die Risiken ernst genommen werden. Dazu hat der Digitalbeirat folgende Thesen für die digitale Zukunft Brandenburgs formuliert und Herrn Ministerpräsident Woidtke am 07. November 2018 übergeben:

  1. Digitalisierung wird das menschliche Miteinander fördern.
  2. Das ländliche Brandenburg wird zum noch attraktiveren Lebens- und Arbeitsort, geografische Entfernungen verlieren an Bedeutung.
  3. Bildungsangebote werden umfassend verfügbar und frei zugänglich sein.
  4. Ökonomie, Ökologie und soziale Rückwirkungen werden sektorenübergreifend gedacht.
  5. Brandenburgerinnen und Brandenburger werden im Alltags- und Berufsleben von Routinetätigkeiten befreit sein und ein besseres Leben führen.
  6. Die Demokratie in Brandenburg wird lebendiger, transparenter und partizipativer.
  7. Brandenburg wird seine Stärken stärken und Räume für Innovationen schaffen.
  8. Digitalisierung wird den sozialen Fortschritt fördern.
  9. Kommunen werden als Ansprechpartner vor Ort an Bedeutung gewinnen.
  10. Daten werden nachhaltig genutzt.

Im Rahmen der Digitalstrategie des Landes Brandenburg hat der Digitalbeirat bis Ende Juli 2019 zudem Handlungsempfehlungen erarbeitet, die der Landesregierung vorgelegt und durch das Kabinett diskutiert und verabschiedet wurden.

Die Handlungsempfehlungen des Digitalbeirates thematisieren neben Zukunftsempfehlungen u. a. für die Themen digitale Infrastruktur, digitales Lernen, Wirtschaft und Arbeit, Mobilität, Energie und Umwelt, Kulturwandel in der Verwaltung, Kommunen, Gesellschaft und künstlichen Intelligenz auch das Thema Gesundheit.

Von besonderer Rolle für das Thema Gesundheit sind für die Telemed-Initiative Aspekte wie Gesundheits- und Digitalkompetenz, die Weiterentwicklung der Medizinerausbildung, die Notwendigkeit der konsequenten Nutzung der Telemedizin zum Erhalt gleichwertiger Lebensverhältnisse zwischen Stadt und Land, die stärkere digitale Vernetzung des Gesundheitswesens und die Nutzung international gebräuchlicher Standards und Schnittstellen sowie die für die Zukunft zentrale Nutzung von Gesundheitsdaten für die Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung. Auch die Digitalisierung in der Pflege spielt in der Zukunft eine immer größere Rolle.