14. Landeskonferenz 2019

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 27.02.2019 fand am Campus Griebnitzsee der Universität Potsdam die mittlerweile 14. Telematik-Konferenz statt. In diesem Jahr lag der Schwerpunkt auf dem Thema „KI im Gesundheitswesen“. So wurde auf der Konferenz diskutiert, welche Chancen Künstliche Intelligenz für die Gesundheitsversorgung – auch in Brandenburg – mit sich bringen und welche Lösungen es schon gibt.

Besucherrekord bei der 14. Landeskonferenz „Telematik im Gesundheitswesen“

Rund 260 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren am 27.02.2019 zur 14. Telematik-Konferenz in die Universität Potsdam am Standort Griebnitzsee gekommen, um sich über eine der bedeutendsten Entwicklungen des Gesundheitswesens auszutauschen: Künstliche Intelligenz mit all ihren Herausforderungen, Chancen und Risiken. Dazu hatte die Telemed-Initiative Brandenburg e.V. eingeladen, die seit 2006 den Akteuren aus Versorgung, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft aus der Region diese jährliche Veranstaltung als Plattform zum Austausch anbietet.

Nach einem Ausstellungsrundgang mit der Gesundheitsministerin Brandenburgs, Susanna Karawanskij, wurde die Konferenz traditionell mit Grußworten von Jürgen Heese, Vorstand der Telemed-Initiative Brandenburg e. V., Prof. Oliver Günther, Präsident der Universität Potsdam, Gesundheitsministerin Susanna Karawanskij und der Beauftragten des Vorstands der AOK Nordost, Daniela Teichert, eröffnet.

Anschließend sprach Prof. Dr. Dirk Heckmann, Mitglied der Datenethikkommission der Bundesregierung und Direktor am Bayerischen Forschungsinstitut für Digitale Transformation in seiner Keynote über Fragen der Datenethik und der staatlichen Schutzpflicht bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Prof. Heckmann präsentierte acht Thesen zur Thematik und stellte noch einmal heraus, dass Datenschutz kein Bremsklotz, sondern ein Gestaltungsfaktor für eHealth sein sollte.

Auf dem anschließenden Unternehmensmarktplatz hatten die Besucher der Konferenz ausführlich Gelegenheit sich von den Unternehmen über deren Produkte und Ideen informieren zu lassen. So informierte die AOK Nordost über ihr Gesundheitsnetzwerk (GeN) und stellte die praktischen Erfahrungen dieses Vorzeigeprojektes vor. Die Deutsche Telekom Healthcare and Security Solutions GmbH gab den Gästen einen Einblick in das Medical Access Port Bundle und Prof. Dr. Dr. Kurt J.G. Schmailzl vom ccc. Center for Connected Health Care UG präsentierte den Forschungsverbund digilog. Ziel von digilog ist es, chronisch kranke Menschen mit Instrumenten und Maßnahmen aus dem Bereich Digital Health zu versorgen. Dabei arbeitet digilog mit einer Mischung aus mobiler Diagnostik und konventionellem Basisnetzwerk um personalisierte und ressourcenschonende Versorgung zu realisieren.

Nach der Mittagspause wurden den Gästen der Konferenz spannende digitale Innovationen aus Wirtschaft und Wissenschaft präsentiert. Den Anfang machte AdaHealth, eine KI-gestützte Gesundheitsplattform, die in der klinischen Entscheidungsfindung eingesetzt wird. Die App führt den Nutzer anhand eines Fragenkatalogs zu den Krankheitssymptomen durch das System und stellt diesem einen Diagnosevorschlag zur Verfügung. Ziel des Programms ist es ausdrücklich, die Ärzte (und auch die Patienten) bei der Diagnosefindung zu unterstützen und nicht zu ersetzen.

Im Anschluss präsentierte Prof. Dr. Christoph Lippert vom Lehrstuhl für Digital Health & Machine Learning am Hasso-Plattner-Institut für Digital Engineering gGmbH neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema „Datengetriebene Medizin“ bevor Denny Paulicke von der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mit seinen Ausführungen zum Thema „Robotik in der Pflege – Mythos und Realität“ den Wissenschaftsblock beendete, indem er das Hypethema „Robotik“ realistisch einordnete und den Gästen ausführlich darlegte, was bei diesem Thema wirklich einen Mehrwert bietet und was noch Zukunftsvision ist.

Einen weiteren Höhepunkt der diesjährigen Konferenz bildete die Podiumsdiskussion am Ende der Konferenz. Zum Thema „Vernetzung und KI „Made in Brandenburg – Welche Chancen bieten sich dem Patienten?“ diskutierten Kai Burmeister (GLG Gesellschaft für Leben und Gesundheit mbH), Holger Rostek (stellv. Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg), Frank-Ullrich Schulz (Präsident der Ärztekammer Brandenburg), Farina Schurzfeld (Selfapy GmbH), Vincent Zimmer (Ada Health GmbH) und Tino Sorge (MdB und Berichterstatter für Digitalisierung und Gesundheitswirtschaft der CDU/CSU-Bundestagsfraktion). Die Runde war sich einig, dass es schon viele gute digitale Lösungen gibt, diese aber dringend miteinander vernetzt werden müssen, um einen Flickenteppich digitaler Lösungen zu vermeiden. Als Beispiel hierfür wurden die Vielzahl unterschiedlicher Praxisverwaltungssoftwares und Krankenhausinformationssystemen genannt. Darüber hinaus wurde deutlich, dass Digitalisierung nicht um ihrer Selbst willen im System implementiert werden, sondern auch einen konkreten Mehrwert für die Patienten bieten muss. Tino Sorge bestätigte dies und verwies auf die wichtige Rolle der Politik, die dabei die Führung übernehmen müsse.

Mit dieser interessanten Diskussionsrunde fand die diesjährige Telematik-Konferenz ein gelungenes Ende.

Weitere Infos entnehmen Sie gerne dem beiliegenden Programm, der Presseinformation zur Veranstaltung und den Präsentationen.